08. Februar 2026 | Ratgeber

Budget nach Ausgabentyp planen: Feste, variable und gelegentliche Kosten klar trennen

Budget nach Ausgabentyp planen: Feste, variable und gelegentliche Kosten klar trennen

Was bedeutet es, das Budget nach Ausgabentyp zu planen?

Ein Budget nach Ausgabentyp teilt Ihr monatliches Einkommen systematisch in feste Kosten, variable Kosten und gelegentliche Ausgaben ein, damit Sie genau sehen, welche Zahlungen sicher anfallen und wo Sie im Alltag flexibel steuern können.

Master-Tabelle: Feste, variable und gelegentliche Ausgaben im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt eine einfache Master-Struktur für Ihr Haushaltsbuch. Sie sehen zu jeder Ausgabenart eine kurze Erklärung, typische Beispiele und einen groben Richtwert, wie viel Prozent Ihres monatlichen Netto-Einkommens oft in diese Gruppe fließen kann. Diese Werte sind nur Orientierungen, keine Pflichtvorgaben.

Ausgabentyp Definition & typische Beispiele Typischer Rahmen pro Monat (vom Netto-Einkommen)
Feste Kosten

Regelmäßige Ausgaben in gleicher oder sehr ähnlicher Höhe. Sie fallen meist monatlich an und lassen sich kurzfristig kaum ändern.

Typische Beispiele: Miete oder Kreditrate für die Wohnung, Strom-Grundgebühr, Internet- und Telefonvertrag, ÖPNV-Monatskarte, Rundfunkbeitrag, Kindergartenbeitrag, Mitgliedsbeiträge (z.B. Verein), laufende Versicherungsbeiträge, die monatlich abgebucht werden.

Oft etwa 40–60 % des Netto-Einkommens.

Hinweis: Je niedriger dieser Anteil, desto mehr Spielraum bleibt für andere Bereiche.

Variable Kosten

Laufende Alltagsausgaben, deren Höhe schwankt. Sie fallen regelmäßig an, sind aber jeden Monat unterschiedlich und gut beeinflussbar.

Typische Beispiele: Lebensmittel und Drogerie, Mittagessen in der Kantine, Restaurantbesuche, Freizeit und Hobbys, Streaming-Abos, Kleidung, Haushaltseinkäufe, kleine Online-Bestellungen.

Oft etwa 20–40 % des Netto-Einkommens.

Hier sitzen Ihre wichtigsten Stellschrauben, wenn Sie sparen oder umplanen möchten.

Gelegentliche Ausgaben

Unregelmäßige, aber absehbare Zahlungen. Sie fallen nicht jeden Monat an, können aber hoch sein. Im Haushaltsbuch werden sie in monatliche Beträge umgerechnet.

Typische Beispiele: Jährliche Versicherungen, Kfz-Steuer, größere Reparaturen, Arzt- und Zahnarztkosten (Eigenanteil), Urlaube, Geschenke (Geburtstage, Feste), Anschaffungen wie Möbel oder Elektrogeräte.

Oft etwa 10–25 % des Netto-Einkommens, als monatliche Rücklage eingeplant.

Diese Beträge parken Sie am besten bewusst, z.B. als eigene Kategorie oder virtuellen „Topf“.

Schritt 1: Monatliches Netto-Einkommen ermitteln

Bevor Sie Ihr Budget nach Ausgabentyp planen, brauchen Sie eine klare Ausgangszahl: Ihr monatliches Netto-Einkommen. Das ist das Geld, das Ihnen nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben tatsächlich zur Verfügung steht.

  • Schauen Sie auf Ihre aktuelle Gehaltsabrechnung oder Rentenmitteilung.
  • Zählen Sie alle regelmäßigen Einkommen zusammen (z.B. Lohn, Unterhalt, Mieteinnahmen).
  • Notieren Sie die Summe als Startwert in Ihrem Haushaltsbuch, zum Beispiel als Kategorie „Netto-Einkommen“ in MyMicroBalance.

Dieser Wert ist die Obergrenze für Ihre Ausgaben: Feste, variable und gelegentliche Kosten zusammen dürfen diesen Betrag auf Dauer nicht überschreiten.

Schritt 2: Feste Kosten erfassen und eintragen

Im zweiten Schritt sammeln Sie alle festen Kosten, die zuverlässig und in ähnlicher Höhe anfallen. Ziel ist eine vollständige Liste, damit keine wichtige Zahlung vergessen wird.

  • Gehen Sie Ihre Kontoauszüge der letzten 2–3 Monate durch.
  • Notieren Sie alle Zahlungen, die monatlich gleich oder fast gleich sind (z.B. Miete, Internet, Handyvertrag).
  • Prüfen Sie auch Verträge, die seltener abgebucht werden (z.B. vierteljährliche Beiträge), und rechnen Sie sie auf einen Monatsbetrag um.
  • Legen Sie in Ihrem Haushaltsbuch – etwa in MyMicroBalance – eine Kategorie „Feste Kosten“ an und tragen Sie jede Ausgabe mit Name und Betrag ein.

Addieren Sie jetzt alle festen Kosten. Der so entstehende Betrag zeigt Ihnen, wie viel von Ihrem Netto-Einkommen bereits „verplant“ ist. Dieser Teil Ihres Budgets ist kaum spontan veränderbar.

Schritt 3: Variable Kosten definieren und Monatsbudgets festlegen

Nun widmen Sie sich den variablen Kosten. Das sind alle typischen Alltagsausgaben, die zwar regelmäßig vorkommen, aber in der Höhe stark schwanken.

  • Schauen Sie sich die letzten Kontoauszüge, Quittungen oder Kassenzettel an.
  • Ordnen Sie alle Alltagszahlungen zu, die nicht fest vertraglich gebunden sind, z.B. Lebensmittel, Freizeit, Restaurantbesuche, Kleidung, kleinere Einkäufe.
  • Gruppieren Sie ähnliche Ausgaben in eigene Unterkategorien, z.B. „Lebensmittel“, „Freizeit“, „Kleidung“.
  • Legen Sie in Ihrem Haushaltsbuch eine Hauptkategorie „Variable Kosten“ an und darunter die Unterkategorien.

Für jede dieser Unterkategorien bestimmen Sie ein realistisches Monatsbudget:

  • Berechnen Sie den Durchschnitt aus den letzten 2–3 Monaten. Das gibt Ihnen einen ersten Richtwert.
  • Überlegen Sie, wo Sie gleich bleiben möchten und wo Sie bewusst weniger ausgeben wollen.
  • Tragen Sie die Zielbeträge als Monatsbudgets in MyMicroBalance ein, damit Sie Ihre Ausgaben später leicht mit dem Plan vergleichen können.

Die Summe aller variablen Kosten plus der festen Kosten darf Ihr Netto-Einkommen noch nicht komplett aufbrauchen. Es sollte noch Raum bleiben für gelegentliche Ausgaben.

Schritt 4: Gelegentliche Ausgaben planen und auf Monate umrechnen

Zum Schluss kommen die gelegentlichen Ausgaben. Sie sind unregelmäßig, können aber Ihr Budget stark belasten, wenn Sie nicht vorher dafür planen.

  • Listen Sie alle Zahlungen auf, die seltener als einmal im Monat auftreten, aber absehbar sind: z.B. jährliche Versicherungen, Beiträge, Urlaubsreisen, Geschenke, größere Anschaffungen, Kfz-Steuer, Reparaturen.
  • Schätzen oder recherchieren Sie die Jahres- oder Quartalsbeträge.
  • Rechnen Sie diese Beträge in monatliche Teilbeträge um:
    • Jahresbetrag / 12 = monatlicher Rücklagebetrag
    • Quartalsbetrag / 3 = monatlicher Rücklagebetrag
  • Legen Sie im Haushaltsbuch eine Kategorie „Gelegentliche Ausgaben“ an, und darin Unterkategorien wie „Urlaub“, „Geschenke“, „Auto & Reparaturen“.
  • Tragen Sie die berechneten Monatsbeträge dort als geplante Rücklagen ein.

Wichtig: Sie geben dieses Geld nicht sofort aus. Sie „parken“ es bewusst, zum Beispiel in Form von Rücklagen-Kategorien in MyMicroBalance. Wenn die Rechnung oder Anschaffung später kommt, ist das Geld bereits eingeplant.

Auswertung: Passt Ihre Budget-Aufteilung zum Einkommen?

Zum Abschluss prüfen Sie, ob Ihre Planung realistisch ist und zu Ihrem Einkommen passt.

  • Addieren Sie alle festen Kosten (Schritt 2).
  • Addieren Sie alle geplanten variablen Kosten (Schritt 3).
  • Addieren Sie alle monatlichen Rücklagen für gelegentliche Ausgaben (Schritt 4).
  • Vergleichen Sie die Gesamtsumme mit Ihrem monatlichen Netto-Einkommen.

Mögliche Ergebnisse:

  • Summe < Netto-Einkommen: Sie haben theoretisch noch Spielraum. Diesen können Sie z.B. für höhere Rücklagen, Schuldentilgung oder größere Puffer nutzen.
  • Summe ≈ Netto-Einkommen: Ihr Budget ist sehr eng. Kleine Überraschungen können schnell zu Engpässen führen. Prüfen Sie vor allem die variablen Kosten.
  • Summe > Netto-Einkommen: Ihr aktueller Lebensstil ist rechnerisch nicht gedeckt. Dann sollten Sie Ihre Kategorien noch einmal durchgehen und nach Stellschrauben suchen, vor allem bei den variablen und gelegentlichen Ausgaben.

Praxis-Tipps für die Nutzung im Haushaltsbuch (z.B. mit MyMicroBalance)

Damit Ihre Planung nicht nur auf dem Papier funktioniert, hilft eine klare Struktur im Haushaltsbuch.

  • Nutzen Sie drei Hauptkategorien: „Feste Kosten“, „Variable Kosten“, „Gelegentliche Ausgaben“.
  • Legen Sie darunter gut verständliche Unterkategorien an, die zu Ihrem Alltag passen.
  • Tragen Sie jede Ausgabe direkt in die passende Kategorie ein, möglichst am selben Tag.
  • Nutzen Sie die Auswertungen in MyMicroBalance, um zu sehen, ob Sie innerhalb Ihrer Monatsbudgets bleiben.
  • Passen Sie die Budgets bei Bedarf monatlich an, bis die Aufteilung zu Ihrem Leben und Ihrem Einkommen passt.

Wenn Sie Ihr Budget konsequent nach festen, variablen und gelegentlichen Ausgaben sortieren, gewinnen Sie einen klaren Überblick: Sie wissen, welche Zahlungen sicher kommen, wo Ihr flexibler Spielraum liegt und welche größeren Kosten Sie vorausschauend abfedern müssen. So wird Ihr Haushaltsbuch zu einem praktischen Steuerungsinstrument und nicht nur zu einer bloßen Sammlung von Zahlen.

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