23. November 2025 | Ratgeber

Herbst-Wochenmarkt vs. Supermarkt: Wo du im Oktober/November wirklich günstiger an frisches Obst & Gemüse kommst

Herbst-Wochenmarkt vs. Supermarkt: Wo du im Oktober/November wirklich günstiger an frisches Obst & Gemüse kommst

Wochenmarkt-first vs. Supermarkt-first: Zwei Einkaufsgewohnheiten im Vergleich

Im Oktober und November steht saisonales Gemüse hoch im Kurs: Kürbis, Karotten, Sellerie, Lauch, Kartoffeln, Äpfel und Birnen. Genau diese Monate eignen sich ideal, um zwei Einkaufsstrategien miteinander zu vergleichen:

  • Strategie A: Wochenmarkt-first - Zuerst wird der Wochenmarkt besucht, der Rest nur bei Bedarf im Supermarkt ergänzt.
  • Strategie B: Supermarkt-first - Hauptsächlich wird im Supermarkt eingekauft, der Wochenmarkt spielt höchstens eine kleine Nebenrolle.

Beide Varianten können funktionieren, aber sie wirken sich unterschiedlich auf Geldbeutel, Vorräte und Spontankäufe aus.

Der Herbst-Gemüse-Topf: Fester Wochenbetrag für frische Lebensmittel

Als Basis dient ein fester Betrag, der nur für Obst und Gemüse im Spätherbst reserviert ist. Ein realistisches Beispiel für einen Zwei- bis Vier-Personen-Haushalt:

  • Herbst-Gemüse-Topf: 25 Euro pro Woche
  • Zeitraum: 2 Wochen
  • Gesamtbudget: 50 Euro nur für Obst und Gemüse

Die Frage: Wie viele Mahlzeiten lassen sich damit unter den beiden Strategien abdecken und wie unterscheiden sich die Preise?

Vergleich mit Zahlen: So wirkt sich das Einkaufsverhalten auf das Budget aus

Die folgenden Zahlen sind fiktiv, aber an typische Preise im Oktober/November angelehnt. Sie zeigen, wie sich das Budget je nach Einkaufsstrategie entwickeln kann.

Strategie A: Wochenmarkt-first mit Fokus auf Saisonware

Eine Marktrunde mit konsequentem Fokus auf regionale, saisonale Produkte:

ProduktMengePreis pro kg / StückGesamtpreis
Speisekürbis 3 kg 1,80 Euro/kg 5,40 Euro
Karotten 2 kg 1,60 Euro/kg (Marktaktion) 3,20 Euro
Sellerieknolle 1 kg 2,00 Euro/kg 2,00 Euro
Lauch 1,5 kg 2,20 Euro/kg 3,30 Euro
Kartoffeln (Sack) 5 kg 1,40 Euro/kg 7,00 Euro
Zwiebeln 2 kg 1,50 Euro/kg 3,00 Euro
Äpfel (Lagerapfel-Sorte) 3 kg 2,00 Euro/kg 6,00 Euro
Summe Woche 1     29,90 Euro

Hier wurde der Herbst-Gemüse-Topf von 25 Euro leicht überschritten. Beim nächsten Marktbesuch kann gezielt angepasst werden, zum Beispiel ein Produkt weniger oder kleinere Mengen.

Strategie B: Supermarkt-first mit Misch-Einkauf

Ein typischer Supermarkt-Einkauf, der Saisonware mit Importware und bequemen Produkten kombiniert:

ProduktMengePreis pro kg / PackungGesamtpreis
Kürbis (vorgeschnitten, abgepackt) 1 kg 3,50 Euro/kg 3,50 Euro
Karotten (1-kg-Beutel) 1 kg 1,30 Euro/kg 1,30 Euro
Suppengemüse (Mischpackung) 0,8 kg 3,00 Euro/kg 2,40 Euro
Kartoffeln (2,5-kg-Beutel) 2,5 kg 1,60 Euro/kg 4,00 Euro
Zwiebeln (Netz) 1 kg 1,40 Euro/kg 1,40 Euro
Äpfel (Import, Hochglanz-Optik) 1,5 kg 2,80 Euro/kg 4,20 Euro
Trauben 0,5 kg 4,00 Euro/kg 2,00 Euro
Cherry-Tomaten (Schale) 0,25 kg 7,00 Euro/kg 1,75 Euro
Summe Woche 1     20,55 Euro

Der Betrag liegt hier unter 25 Euro, allerdings mit deutlich geringerer Gesamtmenge und mehr teuren Import- oder Convenience-Produkten. Das wirkt sich später auf die Anzahl der Mahlzeiten aus.

Wie viele Mahlzeiten lassen sich real abdecken?

Eine grobe Faustregel: Pro Portion Hauptmahlzeit mit viel Gemüse werden etwa 250 bis 300 Gramm Gemüse gerechnet. Bei Suppen und Eintöpfen kann es etwas weniger sein, dafür kostet die Beilage (zum Beispiel Brot oder Reis) etwas mehr.

Ausbeute bei Strategie A (Wochenmarkt-first)

Die eingekauften Mengen aus Woche 1 reichen ungefähr für:

  • 2 grosse Töpfe Kürbis-Kartoffel-Suppe (je 6 Portionen) - 12 Portionen
  • 1 grosser Eintopf aus Karotten, Sellerie, Lauch und Kartoffeln (ca. 8 Portionen) - 8 Portionen
  • Beilagen-Gemüse (Karotten, Lauch, Zwiebeln) zu 3 weiteren Gerichten - 6 Portionen
  • Äpfel als Snack oder Dessert - etwa 8 bis 10 Portionen

Insgesamt entstehen so rund 26 bis 30 Mahlzeiten/Portionen mit Gemüse aus diesem Einkauf, inklusive Snacks.

Rechnet man mit 29,90 Euro Gesamtkosten, ergibt sich ein Richtwert von etwa:

1,00 bis 1,15 Euro pro Portion Gemüseanteil.

Ausbeute bei Strategie B (Supermarkt-first)

Mit den Supermarkt-Mengen aus Woche 1 lassen sich ungefähr kochen:

  • 1 Topf Kürbis-Suppe (4 bis 5 Portionen) - 5 Portionen
  • 1 Eintopf mit Suppengemüse und Kartoffeln (6 Portionen) - 6 Portionen
  • Beilagen-Gemüse aus Karotten und Zwiebeln zu 2 Gerichten - 4 Portionen
  • Äpfel, Trauben, Tomaten als Snack oder Salat - etwa 6 bis 7 Portionen

Das ergibt rund 21 bis 22 Mahlzeiten/Portionen mit Gemüse.

Bei 20,55 Euro Gesamtkosten ergibt sich:

ca. 0,95 bis 1,00 Euro pro Portion Gemüseanteil.

Auf den ersten Blick wirkt das ähnlich günstig. Der Unterschied zeigt sich aber, wenn der Herbst-Gemüse-Topf über zwei Wochen betrachtet wird.

Zwei Wochen im Vergleich: Markt vs. Supermarkt

Angenommen, das 25-Euro-Budget wird zwei Wochen lang durchgezogen und beim Markt bewusst mit Aktionen und Reste-Körbchen gearbeitet.

Strategie A: Wochenmarkt-first über zwei Wochen

  • Woche 1: 29,90 Euro (etwas über Budget, dafür grosse Vorräte)
  • Woche 2: gezielt nur ergänzen: 20,10 Euro

In Woche 2 werden zum Beispiel gekauft:

  • nochmals 2 kg Karotten im Angebot
  • 2 kg Äpfel
  • 1 kg Rote Bete oder Kohl
  • Reste-Körbchen mit gemischtem Gemüse zum Suppenkochen

Gesamt 2 Wochen: 50,00 Euro, aber durch Vorratskäufe aus Woche 1 reicht das Gemüse für

  • 5 bis 6 grosse Töpfe Suppe/Eintopf
  • mehrere Ofengemüse-Bleche
  • Snacks aus Äpfeln und Rohkost für zwischendurch

Realistisch kommen so 55 bis 60 Portionen zusammen. Kosten pro Portion liegen dann bei ungefähr:

0,85 bis 0,90 Euro pro Portion.

Strategie B: Supermarkt-first über zwei Wochen

  • Woche 1: 20,55 Euro
  • Woche 2: ähnlicher Einkauf mit ein paar anderen Produkten, zum Beispiel Spinat, Paprika, weitere Importfrüchte - etwa 23,00 Euro

Gesamt 2 Wochen: ca. 43,55 Euro für eine geringere Gesamtmenge. Durch kleinere Packungen, mehr Convenience-Produkte und weniger Vorratskäufe entstehen etwa:

  • 3 bis 4 Töpfe Suppe/Eintopf
  • wieder einige Beilagen-Portionen
  • Snacks aus Obst und Snack-Gemüse

In Summe ergeben sich rund 40 bis 45 Portionen. Die Kosten pro Portion liegen damit ungefähr bei:

0,95 bis 1,10 Euro pro Portion.

Über den Zeitraum von zwei Wochen macht die Wochenmarkt-first-Variante den Vorratsvorteil sichtbar: Mehr Portionen für ähnliches oder leicht höheres Budget.

Reste-Körbchen und Marktschluss: Der verborgene Sparhebel

Viele Wochenmärkte bieten kurz vor Marktschluss Körbchen oder Kisten mit gemischter Ware an. Das sind zum Beispiel:

  • leicht angeschlagene Karotten oder Äpfel
  • Kürbisstücke statt ganzer Kürbisse
  • Lauchstangen, die optisch nicht perfekt sind
  • Gemüse, das am nächsten Tag nicht mehr schön genug für den Verkauf wäre

Für Eintöpfe, Suppen oder zum Vorkochen spielt die Optik kaum eine Rolle. Gerade im Spätherbst eignen sich diese Reste-Körbchen perfekt, um Basisgemüse für:

  • Gemüsesuppe
  • Brühe
  • Eintöpfe
  • Ofengemüse

Sehr günstige Kilopreise lassen sich oft erzielen, wenn kurz vor Marktschluss gefragt wird, ob es gemischte Kisten oder Mengenrabatte gibt. So lassen sich zusätzliche 2 bis 5 Euro pro Woche sparen oder in mehr Gemüse investieren.

Große, lagerfähige Produkte: Warum sie das Monatsbudget entlasten

Der Spätherbst ist ideal, um bestimmte Produkte in grösseren Mengen zu kaufen und über mehrere Wochen zu nutzen:

  • Kürbis: Hokkaido, Butternut und ähnliche Sorten lassen sich kühl und trocken gelagert mehrere Wochen aufbewahren.
  • Kartoffeln: Im 5- oder 10-kg-Sack ist der Kilopreis deutlich niedriger als bei kleinen Beuteln.
  • Zwiebeln: Im Netz gekauft oft um einiges günstiger.
  • Äpfel: Lagerfähige Sorten sind auf dem Wochenmarkt in grösseren Mengen günstiger zu bekommen als im Supermarkt in kleinen Tüten.

Beispiel mit fiktiven Zahlen:

  • 5-kg-Kartoffelsack auf dem Markt: 1,40 Euro/kg = 7,00 Euro
  • Kartoffeln im kleinen Beutel (1,5 kg) im Supermarkt: 1,80 Euro/kg = 2,70 Euro

Wer im Monat 10 kg Kartoffeln verbraucht, zahlt im Wochenmarkt-Szenario etwa 14,00 Euro, im Supermarkt-Szenario etwa 18,00 Euro. Das sind 4,00 Euro Unterschied nur bei einem Produkt. Ähnlich sieht es bei Zwiebeln und Äpfeln aus.

Auf den Monat gerechnet können so 10 bis 20 Euro eingespart oder in höherwertiges, frisches Gemüse investiert werden.

Vorbereitungs-Abend statt teurer Spontanbestellung

Besonders für Familien und Studierende lohnt es sich, einmal pro Woche einen festen Vorbereitungs-Abend einzuplanen. Das funktioniert mit beiden Einkaufsstrategien, bringt im Wochenmarkt-first-Modell aber den grössten Nutzen, weil viele grossvolumige, frische Produkte verarbeitet werden.

Ein möglicher Ablauf:

  • 1. Schritt - Was ist da? Kurz sichten, welche Gemüse- und Obstsorten verarbeitet werden sollten (zum Beispiel angeschnittene Kürbisstücke, weiche Äpfel, knickige Karotten).
  • 2. Schritt - Putzen und Schneiden: Karotten, Sellerie, Lauch, Zwiebeln für Suppen und Eintöpfe schneiden.
  • 3. Schritt - Vorkochen: Einen grossen Topf Suppe oder Eintopf vorbereiten, der sich in Portionen einfrieren lässt.
  • 4. Schritt - Einfrieren und Lagern: Geschnittenes Gemüse in Gefrierbehältern oder -beuteln für schnelle Wochengerichte vorbereiten.
  • 5. Schritt - Planung: Kurze Notiz, welche Gemüsemengen schon vorbereitet sind und welche Mahlzeiten sich daraus in der Woche kochen lassen.

So entstehen aus Wochenmarkt-Einkäufen planbare und günstige Mahlzeiten. Spontane Essensbestellungen werden weniger, weil vorbereitete Gerichte im Tiefkühlfach warten.

Budgetmethoden im Alltag nutzen: Markt zuerst, Supermarkt ergänzend

Die grössten Unterschiede zwischen Wochenmarkt-first und Supermarkt-first zeigen sich nicht im Einzelpreis eines Apfels oder einer Karotte, sondern in der Kombination aus:

  • Menge pro Einkauf (grosse Säcke und Kisten vs. kleine Packungen)
  • Lagerfähigkeit (Kürbis, Kartoffeln, Zwiebeln, Äpfel)
  • Verarbeitung (selbst schneiden statt Convenience-Produkte)
  • Planung (Herbst-Gemüse-Topf als fixer Budgetposten)

Ein praktischer Ansatz für die Herbstmonate:

  • Einmal pro Woche mit dem festgelegten Gemüse-Budget auf den Markt gehen.
  • Vorrangig lagerfähiges und saisonales Gemüse kaufen.
  • Kurz vor Marktschluss nach reduzierter Ware oder Reste-Körbchen Ausschau halten.
  • Im Supermarkt nur ergänzen, was wirklich fehlt (zum Beispiel bestimmte Früchte oder Zutaten für Rezepte).

In Kombination mit einem digitalen Haushaltsbuch wird sichtbar, wie sich diese Gewohnheiten auf die Monatsausgaben auswirken. Kategorien wie Obst und Gemüse oder Lebensmittel saisonal helfen dabei, die Entwicklung zwischen Wochen mit Marktbesuch und Wochen ohne Marktbesuch zu vergleichen.

Fazit: Wo im Spätherbst wirklich gespart wird

Im direkten Preisvergleich wirkt der Supermarkt oft ähnlich günstig wie der Wochenmarkt. Über zwei Wochen zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Mit der Wochenmarkt-first-Strategie, einem festen Herbst-Gemüse-Topf und Vorratskäufen bei lagerfähigen Produkten entstehen mehr Mahlzeiten zum gleichen oder leicht höheren Gesamtbudget.

Besonders Kürbis, Kartoffeln, Zwiebeln und Äpfel spielen im Oktober und November ihre Stärke aus. Grosse Mengen mit niedrigem Kilopreis, kombiniert mit Reste-Körbchen und einem wöchentlichen Vorbereitungs-Abend, senken die Kosten pro Portion deutlich. Wer den Wochenmarkt gezielt einplant und den Supermarkt hauptsächlich zum Ergänzen nutzt, profitiert von frischem, saisonalem Essen und einem entspannteren Monatsbudget.

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