22. Februar 2026 | Ratgeber

Sommer-Kühlschrankkosten senken: So viel Euro spart jedes Grad mehr

Sommer-Kühlschrankkosten senken: So viel Euro spart jedes Grad mehr

Sommer-Kühlschrankkosten senken: Das ist Ihr Spar-Effekt pro Grad

Wenn Sie die Kühlschrank-Temperatur im Sommer von 4 °C auf 6–7 °C erhöhen, sparen Sie je nach Haushaltstyp und Gerät etwa 5–20 € pro Jahr und Grad. Bis 7 °C bleiben Lebensmittel in der Regel gut haltbar, wenn Sie sie richtig lagern.

In diesem Ratgeber sehen Sie:

  • was jedes Grad mehr konkret kostet oder spart,
  • welche Temperatur für Ihren Haushalt sinnvoll ist,
  • wie Sie die Temperatur richtig messen,
  • wie Sie die Ersparnis im Haushaltsbuch verfolgen.

Vergleichstabelle: Wie viel Euro spart jedes Grad – je Haushalt und Gerätestand

Die Zahlen sind Beispielwerte für Sommerbetrieb in Deutschland. Annahmen:

  • Strompreis: 0,35 € pro kWh
  • Sommer = stärkerer Lauf, hochgerechnet auf das ganze Jahr
  • Energieersparnis je Grad höher: ca. 5–8 %

Haushaltstypen:

  • Single: kleiner Kühlschrank, selten offen
  • Paar: mittlerer Kühlschrank
  • Familie mit 2 Kindern: großer Kühlschrank, oft geöffnet
  • WG mit 4 Personen: großer Kühlschrank, sehr oft geöffnet
Haushaltstyp Gerätezustand Jahresverbrauch 4 °C (kWh) Jahresverbrauch 5 °C (kWh) Jahresverbrauch 7 °C (kWh) Jahreskosten 4 °C (€) Jahreskosten 5 °C (€) Jahreskosten 7 °C (€) Ersparnis pro +1 °C (ab 4 °C) (€ / %) Empfohlene Temperatur
Single alt / ineffizient 220 205 185 77,00 71,75 64,75 ca. 5,25 € / 6–7 % 6–7 °C
Single mittelalt 170 160 145 59,50 56,00 50,75 ca. 3,75 € / 6–7 % 6–7 °C
Single neu / effizient 140 132 120 49,00 46,20 42,00 ca. 3,40 € / 6–7 % 6 °C
Paar alt / ineffizient 280 260 235 98,00 91,00 82,25 ca. 7,00 € / 6–7 % 5–6 °C
Paar mittelalt 220 205 185 77,00 71,75 64,75 ca. 5,25 € / 6–7 % 5–6 °C
Paar neu / effizient 180 168 152 63,00 58,80 53,20 ca. 4,10 € / 6–7 % 5 °C
Familie mit 2 Kindern alt / ineffizient 360 335 300 126,00 117,25 105,00 ca. 8,75 € / 6–7 % 5 °C
Familie mit 2 Kindern mittelalt 300 280 250 105,00 98,00 87,50 ca. 7,00 € / 6–7 % 5 °C
Familie mit 2 Kindern neu / effizient 240 225 200 84,00 78,75 70,00 ca. 5,60 € / 6–7 % 5 °C
WG mit 4 Personen alt / ineffizient 380 355 320 133,00 124,25 112,00 ca. 8,75 € / 6–7 % 5 °C
WG mit 4 Personen mittelalt 320 300 270 112,00 105,00 94,50 ca. 7,00 € / 6–7 % 5 °C
WG mit 4 Personen neu / effizient 260 243 218 91,00 85,05 76,30 ca. 5,95 € / 6–7 % 5 °C

Beispiel: Eine Familie mit mittelaltem Kühlschrank spart von 4 °C auf 7 °C hochgerechnet etwa 17,50 € pro Jahr (105,00 € auf 87,50 €). Jedes Grad bringt im Schnitt rund 6 €.

Schritt 1: Empfohlene Kühlschrank-Temperatur wählen

Wichtig: Ganz kalt ist nicht immer besser. Viele Haushalte kühlen zu stark.

  • Im Sommer reichen meist 5–7 °C im Kühlschrank.
  • Unteres Fach ist oft etwas kälter, oberes Fach etwas wärmer.
  • Fleisch und Fisch legen Sie in das kälteste Fach (meist ganz unten).

Orientierung nach Haushalt:

  • Single / Paar: 6–7 °C oft ausreichend, wenn Sie schnell verbrauchen.
  • Familie / WG: 5 °C im Hauptfach ist ein guter Mittelweg.

Ihr Vorteil: Sie sparen laut Tabelle oft 10–35 € pro Jahr nur über die Einstellung. Sie müssen nichts Neues kaufen.

Schritt 2: Temperatur richtig messen (nicht nur am Drehregler)

Der Drehknopf zeigt meist nur Stufen oder Symbole. Er sagt nicht, wie viele Grad es wirklich sind. So prüfen Sie die echte Temperatur:

  • Kaufen Sie ein einfaches Kühlschrank-Thermometer (günstig beim Discounter).
  • Legen Sie es ins mittlere Fach, nicht an die Tür.
  • Warten Sie mindestens 12 Stunden, ohne lange zu öffnen.
  • Lesen Sie die Temperatur ab.
  • Drehen Sie den Regler etwas wärmer oder kälter.
  • Warten Sie wieder und prüfen Sie neu.

Sie können so Ihre Wunsch-Temperatur treffen, zum Beispiel 5 oder 6 °C. Damit nutzen Sie das Sparpotenzial aus der Tabelle gezielt.

Schritt 3: Sofort-Check im Haushaltsbuch – wie viel zahlt Ihr Kühlschrank?

Sie können Ihre Ersparnis nur steuern, wenn Sie wissen, wie viel der Kühlschrank ungefähr kostet. So gehen Sie vor:

  • Schauen Sie auf Ihre monatliche Stromabschlagszahlung, zum Beispiel 90 €.
  • Nehmen Sie als grobe Faustregel: Kühlgeräte (Kühlschrank + Gefrierteil) machen oft 10–15 % vom Strom aus.
  • Bei 90 € pro Monat sind das etwa 9–14 € pro Monat.
  • Rechnen Sie das aufs Jahr: zum Beispiel 11 € × 12 = 132 € pro Jahr.

Jetzt gleichen Sie mit der Tabelle ab:

  • Suchen Sie Ihren Haushaltstyp und Gerätezustand heraus.
  • Prüfen Sie: Liegen Ihre geschätzten Kosten in ähnlicher Höhe?
  • Wenn nicht, kann Ihr Gerät sehr alt sein, oder es steht sehr warm, oder Sie nutzen es ungünstig.

Legen Sie im Haushaltsbuch (zum Beispiel in MyMicroBalance) eine eigene Kategorie an, zum Beispiel „Kühlgeräte Strom“. So sehen Sie später den Effekt der Umstellung besser.

Schritt 4: Kühlschrank optimal beladen – so sparen Sie zusätzlich

Mit besserem Verhalten sparen Sie oft noch einmal 5–15 € pro Jahr. Die Tabelle zeigt, wie viel ein Grad ausmacht. Typische Spar-Effekte pro Verhalten:

  • Luftzirkulation: Stopfen Sie den Kühlschrank nicht voll. Lassen Sie Luft zwischen den Lebensmitteln.
    • Effekt: Das Gerät muss weniger kämpfen. Das spart grob 2–5 € pro Jahr, je nach Größe.
  • Tür nicht offen stehen lassen: Planen Sie beim Öffnen. Holen Sie mehrere Dinge auf einmal heraus.
    • Effekt: Bei Familien und WGs können Sie so etwa 5–10 € pro Jahr sparen. Der Kühlschrank muss weniger nachkühlen.
  • Warme Speisen erst abkühlen lassen: Stellen Sie Töpfe und Aufläufe erst in den Kühlschrank, wenn sie nicht mehr heiß sind.
    • Effekt: Je nach Nutzung sparen Sie geschätzt 3–8 € pro Jahr.
  • Kein Eis an den Wänden (falls Gefrierteil dabei ist): Dicke Eisschichten erhöhen den Verbrauch.
    • Effekt: Regelmäßiges Abtauen spart oft zusätzlich 5–15 % des Verbrauchs des Gefrierteils.

Sie können den Effekt über die Tabelle grob gegenrechnen. Beispiel: Ihr Kühlschrank kostet laut Tabelle 100 € pro Jahr. 10 % besseres Verhalten bringen dann etwa 10 € Ersparnis.

Schritt 5: Altgerät bewerten – wann lohnt sich ein Wechsel wirklich?

Ein neuer Kühlschrank kostet viel Geld. Sie sollten prüfen, ob sich der Tausch über die Stromkosten lohnt. Nutzen Sie dazu die Tabelle.

So rechnen Sie grob:

  • Lesen Sie ab, was Ihr aktueller Typ kostet (zum Beispiel „Familie, alt/ineffizient“ bei 5 °C: 117,25 €).
  • Vergleichen Sie mit „Familie, neu/effizient“ bei 5 °C: 78,75 €.
  • Mehrkosten pro Jahr für das Altgerät: 117,25 € − 78,75 € = 38,50 €.

Jetzt können Sie eine Schwelle setzen:

  • Wenn Ihr Altgerät mehr als 40–60 € pro Jahr mehr frisst als ein neues, ist ein Wechsel oft interessant.
  • Je höher die Strompreise steigen, desto eher lohnt sich der Tausch.
  • Ist der Unterschied nur 10–20 €, dann lohnt sich Tausch oft nur, wenn das Gerät sowieso bald kaputt geht.

Sie können die jährliche Mehrbelastung aus der Tabelle nehmen und mit dem Kaufpreis eines neuen Geräts vergleichen. Das ist keine Anlageberatung, nur ein einfacher Haushaltsvergleich.

Schritt 6: Saisonaler Check – einmal im Sommer, einmal im Herbst

Ihr Kühlschrank arbeitet im Sommer anders als im Winter. Mit einem festen Ritual halten Sie Ihr Strombudget stabil.

Zu Sommerbeginn (Mai/Juni):

  • Prüfen Sie mit dem Thermometer die Temperatur im mittleren Fach.
  • Stellen Sie auf die in der Tabelle empfohlene Temperatur (zum Beispiel 5 °C bei Familie).
  • Räumen Sie den Kühlschrank neu:
    • Vorne: Lebensmittel, die bald ablaufen.
    • Hinten: Lang haltbare Produkte.
    • Oben: Reste, Soßen, Marmelade.
    • Unten: Fleisch, Fisch, leicht Verderbliches.
  • Tragen Sie das Datum und die neue Einstellung im Haushaltsbuch ein.

Im Herbst (Oktober/November):

  • Prüfen Sie wieder die Temperatur.
  • Eventuell können Sie leicht nach unten gehen (zum Beispiel von 6 °C auf 5 °C), weil die Raumluft kühler ist.
  • Vergleichen Sie Ihre Stromrechnungen oder Zählerstände.
  • Notieren Sie kurz: „Sommer-Einstellung hat etwa X € gespart“ (angepasst an Ihre Tabelle).

So bauen Sie eine kleine Routine auf. Ihr Vorteil: Sie müssen nur zweimal im Jahr aktiv werden, sparen aber jedes Jahr erneut.

Praxis-Fahrplan: Was Sie heute in 30 Minuten tun können

  • 1. Temperatur messen: Thermometer ins mittlere Fach legen.
  • 2. Tabelle prüfen: Haushaltstyp und Gerätezustand aussuchen, aktuelle geschätzte Kosten ablesen.
  • 3. Grad anpassen: Auf 5–7 °C einstellen, je nach Haushalt. Jeder Grad bringt laut Tabelle oft 3–10 € pro Jahr.
  • 4. Kühlschrank aufräumen: Luft lassen, warme Speisen abkühlen, Tür schnell schließen.
  • 5. Haushaltsbuch anlegen: Kategorie „Kühlgeräte Strom“ einführen und Startdatum notieren.

Wenn Sie diese Schritte umsetzen, kombinieren Sie drei Effekte: bessere Temperatur, besseres Verhalten, klaren Überblick im Haushaltsbuch. So holen Sie aus Ihrem Kühlschrank ein stabiles Sparpotenzial heraus – ganz ohne Verzicht auf frische Lebensmittel.

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