17. Februar 2026 | Ratgeber

Was ist Zero-Based Budgeting? Einfache Erklärung mit Vergleich zur klassischen Budgetplanung

Was ist Zero-Based Budgeting? Einfache Erklärung mit Vergleich zur klassischen Budgetplanung

Was ist Zero-Based Budgeting?

Zero-Based Budgeting bedeutet, dass Sie Ihr gesamtes monatliches Netto-Einkommen komplett auf verschiedene Kategorien verteilen, sodass am Ende der Planung rechnerisch 0 € übrig bleiben – nicht, weil Sie nichts sparen, sondern weil auch Rücklagen und Sparziele wie eigene Ausgabenkategorien behandelt werden.

Vergleich: Klassische Budgetplanung vs. Zero-Based Budgeting

In der klassischen Budgetplanung setzen viele Menschen nur grobe Limits. Sie planen zum Beispiel Miete, Lebensmittel und Freizeit. Der Rest bleibt als „Puffer“ auf dem Konto. Beim Zero-Based Budgeting bekommt jeder Euro eine genaue Aufgabe. Auch für unregelmäßige Ausgaben, wie Versicherungen oder Urlaub, legen Sie feste Beträge zurück.

Methode Ausgangspunkt Kategorien im Überblick Beispiel-Verteilung bei 2.000 € Netto Typische Vorteile Typische Nachteile
Klassische Budgetplanung Ein Teil des Einkommens wird geplant (z. B. Fixkosten und etwas Freizeit).
Ein Restbetrag bleibt unzugeordnet auf dem Konto.
Meist nur grobe Bereiche:
– Fixkosten (Miete, Strom, Internet)
– Lebenshaltung (Essen, Mobilität)
– Freizeit / Sonstiges
Rücklagen und Sparziele werden oft nicht einzeln geführt.
Beispiel bei 2.000 € Netto:
– 800 € Miete und Nebenkosten
– 300 € Lebensmittel
– 150 € Mobilität (ÖPNV, Tanken)
– 150 € Freizeit / Sonstiges
– 600 € ohne genaue Zuordnung (Puffer, spontanes Ausgeben)
=> Nicht das ganze Einkommen ist konkret verplant.
– Einfacher Einstieg, wenig Aufwand
– Spontane Ausgaben jederzeit möglich
– Fühlt sich flexibel an
– Unklar, wohin der „Rest“ tatsächlich fließt
– Rücklagen für Jahreskosten werden leicht vergessen
– Sparziele werden oft nicht konsequent erreicht
Zero-Based Budgeting Das gesamte Netto-Einkommen (100 %) wird vor Monatsbeginn auf Kategorien verteilt.
Einkommen minus Summe aller Kategorien = 0 € (rechnerisch).
Detaillierte Aufteilung, zum Beispiel:
– Fixkosten (Miete, Strom, Internet)
– Variable Kosten (Essen, Mobilität, Freizeit)
Rücklagen (unregelmäßige Ausgaben wie Versicherungen, Reparaturen, Urlaub)
Sparziele (z. B. Notgroschen, größere Anschaffungen)
Beispiel bei 2.000 € Netto:
– 800 € Miete und Nebenkosten
– 300 € Lebensmittel
– 150 € Mobilität
– 150 € Freizeit
– 150 € Rücklage Jahresversicherungen
– 100 € Rücklage Auto-/Wohnungsreparaturen
– 150 € Rücklage Urlaub
– 200 € Sparziel Notgroschen
– 100 € Sparziel größere Anschaffung
Summe aller Kategorien = 2.000 €
Einkommen (2.000 €) – Planung (2.000 €) = 0 € (rechnerisch).
– Volle Kontrolle über jeden Euro
– Rücklagen sind fest eingeplant
– Sparziele werden als „Pflicht“ im Budget behandelt
– Besseres Verständnis der eigenen Geldgewohnheiten
– Etwas mehr Planungsaufwand
– Disziplin nötig, um die Grenzen einzuhalten
– Am Anfang ungewohnt, weil der „freie Restbetrag“ verschwindet

Grundprinzip: Warum 0 € am Ende nichts mit „kein Geld“ zu tun hat

Beim Zero-Based Budgeting bedeutet die 0 nicht, dass Sie kein Geld mehr haben. Sie bedeutet nur: Ihr gesamtes Einkommen ist auf sinnvolle Zwecke verteilt. Auch Geld für spätere Ausgaben und für den Vermögensaufbau bekommt eine eigene Kategorie. Der Kontostand kann positiv sein, aber Ihr Plan weist jedem Euro bereits eine Aufgabe zu.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Zero-Based Budgeting mit einem digitalen Haushaltsbuch

Mit einem digitalen Haushaltsbuch wie MyMicroBalance lässt sich Zero-Based Budgeting gut umsetzen. Halten Sie den Prozess möglichst einfach und wiederholbar.

1. Monatliches Netto-Einkommen festlegen (Ihre 100-%-Basis)

  • Ermitteln Sie Ihr Netto-Einkommen: Das ist der Betrag, der nach Steuern und Abzügen tatsächlich auf Ihrem Konto ankommt.
  • Tragen Sie dieses Netto-Einkommen als Summe in Ihr Haushaltsbuch ein, zum Beispiel in MyMicroBalance.
  • Betrachten Sie diesen Betrag als 100 % Budgetbasis für den kommenden Monat.

2. Ausgabenkategorien anlegen – inklusive Rücklagen und Sparziele

Legen Sie nun alle Kategorien fest, auf die Sie Ihr Einkommen verteilen möchten.

  • Fixkosten: Regelmäßige, meist gleichbleibende Ausgaben, zum Beispiel Miete, Strom, Internet, Versicherungen mit Monatszahlung.
  • Variable Kosten: Schwankende Ausgaben, zum Beispiel Lebensmittel, Mobilität, Freizeit, Kleidung.
  • Rücklagen: Geld für unregelmäßige oder jährliche Ausgaben. Beispiele:
    • Jahresversicherungen (wenn nur einmal im Jahr abgebucht)
    • Auto- oder Wohnungsreparaturen
    • Geschenke (Geburtstage, Feste)
    • Urlaubsbudget
  • Sparziele: Geplante Geldbeträge für die Zukunft, zum Beispiel:
    • Notgroschen (finanzielle Reserve für Notfälle)
    • Größere Anschaffungen (z. B. Möbel, Technik)

In MyMicroBalance können Sie diese Bereiche als Kategorien oder virtuelle Töpfe anlegen. Virtuelle Töpfe bedeuten: Das Geld bleibt auf Ihrem Konto, wird in der Planung aber gedanklich aufgeteilt.

3. Jeden Euro auf die Kategorien verteilen (bis rechnerisch 0 € übrig bleiben)

  • Starten Sie mit Ihren Fixkosten. Tragen Sie für jede feste Ausgabe den geplanten Monatsbetrag ein.
  • Setzen Sie dann realistische Beträge für variable Kosten wie Lebensmittel, Mobilität und Freizeit.
  • Berechnen Sie Rücklagen: Teilen Sie große Jahresbeträge durch 12. Beispiel: 600 € Autoversicherung pro Jahr → 50 € pro Monat als Rücklage.
  • Definieren Sie feste Monatsbeträge für Ihre Sparziele (z. B. 150 € Notgroschen, 100 € für eine größere Anschaffung).
  • Prüfen Sie nach jeder Kategorie-Gruppe, wie viel Einkommen noch nicht verplant ist.
  • Passen Sie die Beträge so lange an, bis gilt:
    Summe aller geplanten Beträge = Ihr Netto-Einkommen und damit
    Einkommen – Summe aller Kategorien = 0 € (rechnerisch).

Wichtig: Sie dürfen die Beträge verändern, bis sie für Sie realistisch sind. Zero-Based Budgeting ist kein starres System, sondern ein Plan, den Sie aktiv gestalten.

4. Im Monat Ausgaben zuweisen und am Ende auswerten

Damit Zero-Based Budgeting wirkt, reicht es nicht, nur zu planen. Sie sollten Ihre tatsächlichen Ausgaben ebenfalls eintragen.

  • Erfassen Sie jede Ausgabe im Haushaltsbuch, zum Beispiel direkt nach dem Einkauf.
  • Weisen Sie jede Ausgabe der passenden Kategorie zu (Lebensmittel, Mobilität, Freizeit, Rücklage, Sparziel usw.).
  • Behalten Sie die geplanten Limits im Blick. So sehen Sie früh, wenn Sie bei einer Kategorie nahe an die Grenze kommen.
  • Am Monatsende vergleichen Sie:
    • Geplante Beträge je Kategorie vs. tatsächliche Ausgaben
    • Wo haben Sie mehr ausgegeben?
    • Wo haben Sie weniger gebraucht?
  • Nutzen Sie diese Erkenntnisse, um die Beträge für den nächsten Monat anzupassen.

Wann ist Zero-Based Budgeting sinnvoll?

Zero-Based Budgeting eignet sich besonders, wenn Sie:

  • das Gefühl haben, dass Ihr Geld „versickert“ und Sie nicht genau wissen, wohin es geht,
  • gezielt Rücklagen für unregelmäßige Ausgaben aufbauen möchten,
  • konkrete Sparziele haben und sicherstellen wollen, dass dafür jeden Monat Geld zurückgelegt wird,
  • gern einen klaren Plan haben und Ihre Finanzen aktiv steuern möchten.

Klassische Budgetplanung oder Zero-Based Budgeting – was passt zu Ihnen?

Die klassische Budgetplanung ist einfach und schnell. Sie bietet aber weniger Kontrolle und lässt oft Fragen offen, zum Beispiel: Reicht mein Geld für Jahreskosten und Notfälle?

Zero-Based Budgeting ist genauer. Sie sehen, wohin jeder Euro fließen soll. Damit steigt die Transparenz, aber auch der Planungsaufwand. Mit einem digitalen Haushaltsbuch wie MyMicroBalance lässt sich dieser Mehraufwand stark reduzieren, weil viele Schritte wiederkehrend sind und sich Monat für Monat anpassen lassen.

Sie können auch schrittweise wechseln: Starten Sie mit einigen zusätzlichen Kategorien für Rücklagen und Sparziele und entwickeln Sie Ihr System nach und nach zu einem vollständigen Zero-Based Budget.

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