21. Januar 2026 | Ratgeber

Winter-Stromkosten im Altbau senken: Wie viel Euro Sie pro Monat realistischerweise sparen können

Winter-Stromkosten im Altbau senken: Wie viel Euro Sie pro Monat realistischerweise sparen können

So viel können Sie im Altbau im Winter pro Monat sparen

Key-Takeaway: In einem typischen Altbau-Haushalt lassen sich durch einfache Maßnahmen an 8–10 typischen Winter-Stromfressern rund 25–40 Euro pro Monat (Single), 35–55 Euro (Paar) und 45–70 Euro (Familie mit 2 Kindern) einsparen – ohne Komfortverlust, aber mit etwas Planung und konsequenter Nutzung von Zeitschaltleisten, effizienten Lampen und angepassten Wasch- und Heizgewohnheiten. Grundlage ist ein Strompreis von 0,35 Euro pro kWh.

Master-Tabelle: Typische Winter-Stromfresser im Altbau und Ihr Sparpotenzial

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Winter-Stromgeräte in Altbauwohnungen zusammen. Die Werte sind Durchschnittswerte für die Heizperiode (pro Monat) und dienen als Orientierung für einen Singlehaushalt. In der Spalte mit den Euro-Einsparungen finden Sie das typische Sparpotenzial pro Monat für Single, Paar und Familie.

Gerät / Bereich Ø Winter-Verbrauch pro Monat (kWh) Monatskosten vor Optimierung (Euro) Reale Einsparung durch einfache Maßnahmen (kWh/Monat) Ersparnis Euro/Monat Single Ersparnis Euro/Monat Paar Ersparnis Euro/Monat Familie (2 Kinder)
Elektro-Heizlüfter (Zusatzheizung) 60 kWh 21,00 € 35 kWh (Nutzung zeitlich begrenzen) ca. 12,25 € ca. 14,00 € ca. 17,50 €
Standby-Geräte Wohnzimmer (TV, Konsolen, Receiver) 15 kWh 5,25 € 10 kWh (Steckdosenleisten mit Schalter) ca. 3,50 € ca. 4,00 € ca. 4,50 €
Kühlschrank / Gefrierkombi (älteres Gerät) 40 kWh 14,00 € 8 kWh (Temperatur, Abtauen, Beladung optimieren) ca. 2,80 € ca. 3,50 € ca. 4,00 €
Waschmaschine 18 kWh 6,30 € 7 kWh (30–40 °C, volle Trommel) ca. 2,45 € ca. 3,15 € ca. 3,50 €
Trockner 30 kWh 10,50 € 18 kWh (häufig auf Wäscheständer ausweichen) ca. 6,30 € ca. 7,00 € ca. 8,00 €
Beleuchtung (Halogen & alte Leuchtmittel) 25 kWh 8,75 € 15 kWh (LED statt Halogen, Zonenlicht) ca. 5,25 € ca. 6,00 € ca. 7,00 €
Wasserkocher 10 kWh 3,50 € 4 kWh (nur benötigte Menge erhitzen) ca. 1,40 € ca. 1,60 € ca. 1,80 €
Geschirrspüler 20 kWh 7,00 € 8 kWh (Eco-Programm, nur voll beladen) ca. 2,80 € ca. 3,15 € ca. 3,50 €
Router, Kleingeräte, Sonstiges 12 kWh 4,20 € 5 kWh (Zeitschaltuhr, konsequent ausschalten) ca. 1,75 € ca. 2,00 € ca. 2,10 €

Einordnung:

  • Single im Altbau: typisches Sparpotenzial ca. 25–40 Euro/Monat.
  • Paar im Altbau: typisches Sparpotenzial ca. 35–55 Euro/Monat.
  • Familie (2 Kinder) im Altbau: typisches Sparpotenzial ca. 45–70 Euro/Monat.

Die höheren Beträge bei Paaren und Familien ergeben sich aus mehr Geräten, längeren Nutzungszeiten und zusätzlichen Einsparmöglichkeiten, vor allem bei Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler und Beleuchtung.

Schritt 1: Ausgangslage erfassen und drei Hauptstromfresser finden

Bevor Sie Geräte umstellen, brauchen Sie eine einfache, aber klare Bestandsaufnahme – ideal für die Übersicht im Haushaltsbuch oder in einer Finanz-App.

  1. Stromzählerstand notieren
    • Gehen Sie zum Stromzähler (oft im Treppenhaus oder im Wohnungsflur).
    • Notieren Sie den aktuellen Stand mit Datum und Uhrzeit, zum Beispiel: 21.11., 18:00 Uhr, 34.820 kWh.
    • Wiederholen Sie diese Notiz nach genau 7 Tagen. So erhalten Sie einen ersten Wochenverbrauch zur Orientierung.
  2. Drei Hauptstromfresser im Wohnzimmer identifizieren
    • Liste erstellen: Fernseher, Spielkonsole, Receiver, Soundanlage, Stehlampen, eventuell Heizlüfter.
    • Notieren Sie für jedes Gerät die geschätzte Nutzungsdauer pro Tag, z. B. TV: 4 Stunden, Konsole: 1 Stunde, Heizlüfter: 1 Stunde.
    • Markieren Sie die drei Geräte mit der längsten Laufzeit und/oder der größten Leistung (Heizlüfter, großer Fernseher, Konsole).
  3. Drei Hauptstromfresser in der Küche identifizieren
    • Typische Kandidaten: Kühlschrank/Gefrierkombi, Geschirrspüler, Wasserkocher, Mikrowelle, Beleuchtung.
    • Notieren Sie wieder die ungefähre tägliche Nutzung, z. B. Wasserkocher: 4 Mal je 2 Minuten, Geschirrspüler: alle 2 Tage.
    • Markieren Sie die drei relevantesten Geräte für Einsparungen. Fast immer dabei: Kühlschrank, Geschirrspüler und Wasserkocher.

Schritt 2: Sofortmaßnahmen bei Heizlüfter und Raumtemperatur

Elektrische Heizlüfter sind im Altbau bequeme, aber teure Notlösungen. Schon wenige Stunden tägliche Nutzung treiben die Rechnung nach oben.

  • Nutzung zeitlich begrenzen
    • Heizlüfter nur in klar definierten Zeitfenstern verwenden, z. B. morgens 20 Minuten im Bad, abends 30 Minuten im Wohnzimmer.
    • Richtwert: maximal 0,5–1 Stunde pro Tag im Winter statt Dauerbetrieb.
    • Sparpotenzial aus der Tabelle: bis zu 35 kWh/Monat weniger für einen Single, entsprechend mehr bei Paaren und Familien.
  • Textilien zur Temperaturstabilisierung nutzen
    • Teppichläufer auf kalten Böden (Dielen, Fliesen), besonders in Zugbereichen.
    • Schwere Vorhänge vor Fenstern, abends konsequent zuziehen.
    • Zugluftstopper an Wohnungstüren und Fenstern, vor allem im Flur.
    • Diese Maßnahmen reduzieren das Gefühl von Zugluft, sodass Sie eher bei 19–20 Grad bleiben können, statt elektrisch nachzuheizen.
  • Alternative: Raum gezielt statt Wohnung insgesamt wärmen
    • Ein Zimmer zum hauptsächlichen Aufenthaltsraum machen (Wohnzimmer oder kombinierte Wohnküche).
    • Dort Textilien, Vorhänge und ggf. Wärmflasche oder Decke nutzen, statt die ganze Wohnung elektrisch aufzuwärmen.
    • So bleibt der Heizlüfter eine Zusatzoption für kurze Zeit und nicht die Hauptheizung.

Schritt 3: Beleuchtung effizient machen – schnell spürbare Euro-Effekte

Im Winter laufen Lampen in Altbauten deutlich länger, oft mit alten Halogenstrahlern oder Mischformen. Der Umstieg reduziert sofort den Verbrauch.

  • Bestandsaufnahme der Leuchtmittel
    • Gehen Sie abends einmal durch die Wohnung und notieren Sie: Anzahl der Leuchtmittel, Leistung in Watt pro Lampe und geschätzte Brenndauer pro Tag.
    • Priorität auf Räume mit langer Nutzung: Wohnzimmer, Küche, Flur, Kinderzimmer.
  • Halogen und alte Energiesparlampen gegen LED tauschen
    • Beispiel: 4 Halogen-Spots à 35 Watt, 4 Stunden pro Tag:
    • Vorher: 4 × 35 W × 4 h ≈ 0,56 kWh/Tag → rund 17 kWh/Monat.
    • Nachher mit LED (4 × 5 W): 0,08 kWh/Tag → rund 2,4 kWh/Monat.
    • Ersparnis: ca. 14–15 kWh/Monat nur in einem Raum, das sind etwa 5 Euro/Monat bei 0,35 Euro/kWh.
  • Zonenbeleuchtung statt Vollausleuchtung
    • Arbeitslicht (Schreibtischlampe, Leselampe) statt immer alle Deckenleuchten.
    • Bewegungsmelder oder Zeitschaltuhren im Flur und in Abstellräumen.
    • Ziel: 1–2 Lampen pro aktiv genutztem Raum, nicht alle Lichtquellen gleichzeitig.

Schritt 4: Waschmaschine und Trockner – weniger Temperatur, weniger Laufzeit

Im Winter fallen oft mehr Waschgänge an (dicke Kleidung, Bettwäsche). Hier entstehen in Familienhaushalten große Unterschiede zwischen sparsamen und gewohnheitsmäßigen Nutzungen.

  • Waschgänge bündeln
    • Statt täglich kleine Wäschemengen lieber volle Trommeln planen, z. B. 3–4 große Waschgänge pro Woche.
    • Volle Trommeln senken die kWh pro Kilogramm Wäsche deutlich.
  • Temperatur senken
    • Wo möglich, von 60 °C auf 40 °C und von 40 °C auf 30 °C gehen (Pflegeetiketten beachten).
    • Bei typischen Familienhaushalten spart das 5–10 kWh/Monat, also rund 2–3,50 Euro.
  • Trockner bewusst einsetzen
    • Nur noch für Handtücher, Bettwäsche oder Notfälle (schnell trocknen müssen) einsetzen.
    • Alle andere Wäsche konsequent auf Wäscheständer mit guter Luftzirkulation und ggf. im wärmsten Raum trocknen.
    • Schon eine Halbierung der Trocknernutzung spart im Typfall 15–20 kWh/Monat – bei 0,35 Euro/kWh sind das 5–7 Euro/Monat.

Schritt 5: Küche optimieren – Kühlschrank, Geschirrspüler, Wasserkocher

In Altbauküchen stehen häufig ältere Kühlgeräte, dazu kommen Geschirrspüler und Wasserkocher. Hier liegen leicht erschließbare Einsparungen ohne Komfortverlust.

  • Kühlschrank und Gefrierkombi
    • Temperatur im Kühlschrank auf 7 Grad einstellen (statt 4–5 Grad).
    • Gefrierfach und Gefrierschrank regelmäßig abtauen, sobald sich dicker Eispanzer bildet.
    • Keine warmen Speisen direkt in den Kühlschrank stellen; erst auf Raumtemperatur abkühlen lassen.
    • Tür nicht länger als nötig offen lassen, Innenraum übersichtlich halten.
    • Diese einfachen Maßnahmen bringen typischerweise 5–10 kWh/Monat Ersparnis.
  • Geschirrspüler
    • Nur voll beladen starten, halbleere Maschinen vermeiden.
    • Das Eco-Programm nutzen – läuft länger, spart aber Strom und Wasser.
    • Vorspülen von normal verschmutztem Geschirr weglassen; grobe Speisereste einfach abstreifen.
    • Ergebnis: ungefähr 8 kWh/Monat weniger, also etwa 3 Euro/Monat bei normaler Nutzung.
  • Wasserkocher
    • Nur die tatsächlich benötigte Wassermenge erhitzen (Tassenmenge statt voller Kanne).
    • Kalk regelmäßig entfernen, weil Kalkschichten den Energiebedarf erhöhen.
    • Beispiel: Reduktion um 4 kWh/Monat entspricht etwa 1,40 Euro/Monat.

Schritt 6: Standby und Kleingeräte gezielt ausschalten

Standby-Verbrauch summiert sich über den Winter schnell, gerade wenn mehrere Unterhaltungselektronik-Geräte vorhanden sind.

  • Steckdosenleisten mit Schalter nutzen
    • TV, Konsole, Receiver, Soundanlage und ggf. Router (falls nachts nicht benötigt) an eine gemeinsame Leiste anschließen.
    • Leiste abends oder bei Abwesenheit komplett ausschalten.
    • Sparpotenzial laut Tabelle: bis zu 10 kWh/Monat und etwa 3,50 Euro/Monat im Singlehaushalt, bei Familien mehr.
  • Zeitschaltuhren einsetzen
    • Für Leuchten in Flur, Wohnzimmer oder Außenbereich, die sonst unnötig lange brennen.
    • Für Router oder andere Geräte, die nachts sicher ausgeschaltet werden können (z. B. 0–6 Uhr).
  • Ladekabel und Netzteile
    • Ladegeräte nach dem Laden direkt ausstecken oder in einer Mehrfachsteckdose mit Schalter bündeln.
    • Jede einzelne Ersparnis ist klein, aber im Winter summiert sich das, vor allem in größeren Haushalten.

Schritt 7: Mini-Winterbudget im Haushaltsbuch anlegen

Damit sich die Einsparungen nicht nur auf der Rechnung, sondern auch im Budget bemerkbar machen, hilft ein kleines, klar definiertes Winter-Strombudget.

  1. Monatliches Strompuffer-Budget festlegen
    • Richten Sie in Ihrem Haushaltsbuch oder in Ihrer Finanz-App eine Kategorie Winter-Strompuffer ein.
    • Höhe des Puffers je nach Haushaltsgröße:
    • Single: 20–30 Euro/Monat
    • Paar: 30–45 Euro/Monat
    • Familie: 40–60 Euro/Monat
  2. Einsparungen aus der Tabelle gegenrechnen
    • Schätzen Sie anhand der Master-Tabelle, welche drei bis fünf Maßnahmen Sie sicher umsetzen (z. B. Heizlüfter begrenzen, Beleuchtung auf LED, Trockner halbieren).
    • Addieren Sie die dort genannten Euro-Beträge für Ihren Haushaltstyp.
    • Beispiel Familie: 17,50 € (Heizlüfter) + 7 € (Beleuchtung) + 8 € (Trockner) + 3,5 € (Geschirrspüler) ≈ 36 Euro/Monat.
    • Diesen Betrag tragen Sie als erwartete Winterersparnis in Ihrer Finanzplanung ein.
  3. Monatliche Überprüfung des Abschlags
    • Einmal im Monat Zählerstand notieren und mit dem Vormonat vergleichen.
    • Wenn der reale Verbrauch konsequent unter dem bisher kalkulierten Niveau liegt, können Sie mittelfristig prüfen, ob eine Anpassung des Abschlags beim Versorger sinnvoll ist.
    • So verhindern Sie hohe Nachzahlungen und binden eingesparte Beträge aktiv in Ihre Haushaltsplanung ein.

Schritt 8: Altbau-spezifische Checks – Dichten statt dauerheizen

Gerade im Altbau treiben Zugluft und schlecht schließende Fenster die Heizkosten hoch. Kleine Dämmmaßnahmen helfen, den Einsatz von Elektroheizungen weiter zu senken.

  • Undichte Stellen lokalisieren
    • Mit der Hand entlang von Fensterrahmen und Türen fahren, besonders bei Wind – spürbarer Luftzug zeigt Schwachstellen.
    • Auf sichtbare Spalten, bröselnde Dichtungen und lockere Fenstergriffe achten.
  • Einfache Abdichtungen mit kleinem Budget
    • Selbstklebende Dichtungsbänder für Fenster und Türen (Schaumstoff oder Gummi).
    • Türenabdichtschienen oder klassische Zugluftstopper für Wohnungstüren.
    • Kostenniveau: meist 20–60 Euro Material für eine 2–3-Zimmer-Altbauwohnung.
  • Kosten-Nutzen-Vergleich
    • Wenn durch Abdichtung der Bedarf an Elektroheizlüfter-Nutzung um z. B. 20–30 kWh/Monat sinkt, sparen Sie 7–10,50 Euro/Monat.
    • Damit amortisieren sich einfache Dichtmaßnahmen oft innerhalb von einer bis zwei Heizperioden, zusätzlich zur höheren Wohnqualität.

Fazit: Winterstrom im Altbau senken heißt Gewohnheiten, Technik und Budget verknüpfen

Für Haushalte im Altbau lassen sich die Winter-Stromkosten vor allem über drei Hebel senken: gezielte Begrenzung elektrischer Zusatzheizung, systematischer Tausch ineffizienter Beleuchtung und optimierte Nutzung von Waschmaschine, Trockner und Küchengeräten. Die Master-Tabelle zeigt, dass realistische Einsparungen von 25–70 Euro pro Monat je nach Haushaltsgröße erreichbar sind, wenn Sie konsequent einige wenige Maßnahmen umsetzen. Durch die Kombination mit einem klar definierten Winter-Strombudget im Haushaltsbuch behalten Sie Verbrauch und Kosten unter Kontrolle und können Ihren Abschlag mittelfristig fundiert anpassen.

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