07. Dezember 2025 | Ratgeber

Winter-Waesche im Kostencheck: Trockner-Dauerbetrieb vs. cleveres Indoor-Trocknen im Mietalltag

Winter-Waesche im Kostencheck: Trockner-Dauerbetrieb vs. cleveres Indoor-Trocknen im Mietalltag

Winter-Wäsche im Mietalltag: Zwei Strategien im Vergleich

In vielen Mietwohnungen gibt es im Winter nur zwei realistische Wege, um nasse Wäsche trocken zu bekommen: Entweder der elektrische Trockner läuft fast immer oder die Wäsche steht auf einem Ständer mitten im Zimmer. Beides kostet Geld, beides beeinflusst das Raumklima. Entscheidend ist, wie gut die einzelnen Schritte geplant sind.

Der Vergleich zeigt zwei typische Alltagsstrategien und ihre Auswirkungen auf Stromkosten, Schimmelrisiko und Haushaltsbudget:

  • Strategie A: Wäsche fast immer im Trockner
  • Strategie B: clevere Kombination aus hoher Schleuderdrehzahl, gezieltem Trocknereinsatz und geplantem Lufttrocknen in der Wohnung

Strategie A: Trockner-Dauerbetrieb aus Bequemlichkeit

In Strategie A landet fast jede Waschladung im Trockner: Handtücher, Bettwäsche, Alltagskleidung, Sportzeug. Die Wäsche ist schnell trocken, es hängt nichts im Weg herum und das Raumklima bleibt stabil, weil die Feuchtigkeit direkt im Trockner landet.

Der Preis dafür zeigt sich bei den Stromkosten. Ein typischer Kondensationstrockner verbraucht pro Durchgang etwa 1,5 bis 2,5 kWh. Mit realistischen Verbrauchswerten lässt sich leicht einschätzen, was das im Monat bedeutet.

Beispielrechnung: Ein typischer Trocknermonat

Angenommen, eine kleine Familie oder WG nutzt den Trockner im Winter wie folgt:

  • 4 Waschladungen pro Woche
  • Davon 3 Ladungen im Trockner
  • Durchschnittlicher Verbrauch pro Trockengang: 2 kWh
  • Strompreis: 0,35 Euro pro kWh
RechengrößeWert
Trocknergänge pro Woche 3
Trocknergänge pro Monat (4 Wochen) 12
Stromverbrauch Trockner pro Monat 12 × 2 kWh = 24 kWh
Stromkosten pro Monat 24 kWh × 0,35 Euro ≈ 8,40 Euro
Stromkosten pro Heizsaison (5 Monate) 8,40 Euro × 5 ≈ 42,00 Euro

Diese Summe ist nur für das Trocknen. Kommt noch häufigeres Waschen dazu, steigt der Betrag entsprechend. In einem digitalen Haushaltsbuch taucht das oft nur als Strom gesamt auf, lässt sich aber durch Notizen wie zum Beispiel Trocknertag gut sichtbar machen.

Vorteile und Nachteile von Strategie A

  • Vorteile:
    • Wäsche ist schnell trocken
    • Keine zusätzliche Luftfeuchtigkeit in der Wohnung
    • Kaum Planungsaufwand im Alltag
  • Nachteile:
    • Klare Mehrkosten beim Strom
    • Textilien verschleißen schneller durch Wärme und Reibung
    • Abhängigkeit vom Gerät – bei Defekt oder Störung wird es kompliziert

Strategie B: Clever kombinieren und gezielt sparen

Strategie B versucht, das Beste aus beiden Welten zu nutzen: Der Trockner wird eingesetzt, wenn er wirklich sinnvoll ist, der Rest trocknet geplant in der Wohnung. Dadurch sinken die Stromkosten, ohne dass das Raumklima aus dem Ruder läuft.

Schritt 1: Schleuderdrehzahl optimal einstellen

Je trockener die Wäsche aus der Maschine kommt, desto weniger Energie braucht der Trockner oder der Heizkörper im Raum. Oft gibt es folgende Stufen:

  • 800 U/min: Wäsche bleibt sehr feucht
  • 1000 U/min: alltagstauglich, aber noch recht viel Restfeuchte
  • 1200 U/min oder 1400 U/min: deutlich weniger Wasser in der Wäsche
SchleuderdrehzahlRestfeuchteFolge für das Trocknen
800 U/min ca. 70 % Trocknerlaufzeit oder Trockenzeit im Raum deutlich länger
1200 U/min ca. 55 % spürbar kürzere Trocknerlaufzeit oder schnellere Lufttrocknung

Eine höhere Schleuderzahl verbraucht zwar etwas mehr Strom beim Waschen, spart aber beim anschließenden Trocknen deutlich mehr Energie ein. Das macht sich im Jahresbudget bemerkbar.

Schritt 2: Trockner nur für bestimmte Textilien nutzen

  • Gezielt im Trockner: Handtücher, Bettwäsche, dicke Socken, Unterwäsche bei Bedarf
  • Auf dem Ständer: T-Shirts, Schlafsachen, Sportkleidung, dünne Pullis, Kinderkleidung aus Baumwolle

Angenommen, es bleiben pro Woche nur noch 2 Trocknergänge übrig:

RechengrößeWert
Trocknergänge pro Woche 2
Trocknergänge pro Monat 8
Stromverbrauch pro Monat 8 × 2 kWh = 16 kWh
Stromkosten pro Monat 16 kWh × 0,35 Euro ≈ 5,60 Euro
Ersparnis pro Heizsaison ≈ 14,00 Euro

Fazit: Mit Planung trocknen, mit Überblick sparen

Im Winter entscheidet sich im Kleinen, wie groß die Strom- und Heizkosten im Haushalt werden. Wer Schleuderdrehzahl, Trocknernutzung und Indoor-Trocknen bewusst kombiniert, kann laufende Kosten senken, ohne auf Komfort verzichten zu müssen.

Am Ende geht es nicht darum, den Trockner ganz zu verbannen, sondern ihn als bewusst eingesetztes Werkzeug zu sehen.

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