Draußen ist es dunkel, kalt und nass, der erste Monat nach den Feiertagen fühlt sich lang an – und genau dann ist die Versuchung groß, regelmäßig beim Lieferdienst zu bestellen. Ein Klick, Essen kommt, alle sind satt. Im Haushaltsbuch tauchen diese Abende später als unscheinbare einzelne Buchungen auf, bis der Blick aufs Monatsende zeigt: Das war deutlich mehr, als geplant war.
Gerade im Januar und Februar, wenn Heizkosten, Versicherungen und vielleicht noch Nachwirkungen der Feiertage aufs Konto drücken, lohnt sich ein genauer Blick auf die Essenskosten. Eine Möglichkeit, diese Zeit entspannter zu meistern: feste Winter-Gemeinschaftsessen mit Plan statt spontane Lieferbestellungen.
Stell dir eine vierköpfige WG in einer mittelgroßen Stadt vor: zwei Studierende, eine Person in Ausbildung, eine Berufseinsteigerin. Alle nutzen ein digitales Haushaltsbuch, um Miete, Strom und Lebensmitteleinkäufe im Blick zu behalten. Im Dezember ist es stressig, im Januar kalt – die WG beschließt: „Wir gönnen uns öfter etwas und bestellen einfach“.
So sieht ein typischer Januar ohne Plan aus:
Im Haushaltsbuch erscheinen diese Ausgaben verteilt auf alle vier Personen, zum Beispiel:
Gefühlt war es nur „ein paar Mal bestellen“. Tatsächlich geht für diese Abende fast so viel drauf wie für einen halben Wocheneinkauf pro Person. Der Rest des Monats wird dann bei anderen Ausgaben gespart – oft planlos und mit schlechtem Gefühl.
Im Februar beschließt die WG, es anders zu machen. Ziel: gemeinsam essen, ohne das Konto zu überlasten. Anstatt erst zu bestellen und dann ins Haushaltsbuch zu schauen, wird zuerst geplant und dann gekocht.
Die Gruppe legt drei einfache Regeln fest:
Die WG entscheidet sich für 40 Euro pro Woche für zwei große Gemeinschaftsessen. Bei vier Personen sind das 10 Euro pro Person und Woche. Im Haushaltsbuch wird dafür eine eigene Kategorie angelegt, zum Beispiel:
Alle Einkäufe für diese Abende werden konsequent dieser Kategorie zugeordnet, getrennt vom normalen Lebensmitteleinkauf. So sieht jede Person am Monatsende:
Für die zwei Gemeinschaftsessen pro Woche wählt die WG Gerichte, die sich gut in großen Mengen kochen lassen und saisonale Zutaten nutzen. Zum Beispiel:
Zwei Beispielgerichte mit konkreten Zahlen zeigen, wie sich die Kosten im Vergleich zum Lieferdienst verändern.
Für vier Personen, einmal als heißes Abendessen und einmal aufgewärmt:
Gesamtkosten: 8,80 Euro für etwa 8 Portionen (vier große und vier kleinere).
Kosten pro Portion: 8,80 Euro / 8 Portionen = 1,10 Euro.
Im Vergleich zur Lieferdienst-Pizza für 12 Euro pro Person sieht das so aus:
| Variante | Gesamtkosten | Portionen | Kosten pro Person/Portion |
|---|---|---|---|
| Lieferdienst-Pizza | 48 Euro (4 × 12 Euro) | 4 | 12,00 Euro |
| Ofengemüse | 8,80 Euro | 8 | 1,10 Euro |
Allein an einem Abend spart die WG also rund 39 Euro gegenüber dem Bestellen – und hat sogar noch Reste für den nächsten Tag.
Für acht kräftige Portionen:
Gesamtkosten: 9,10 Euro für 8 Portionen.
Kosten pro Portion: 9,10 Euro / 8 Portionen ≈ 1,14 Euro.
Auch hier entsteht ein deutliches Sparpotenzial gegenüber einem warmen Fertiggericht oder Tagesangebot vom Lieferdienst. Im Haushaltsbuch taucht dieser Abend als eine gemeinsame Ausgabe von 9,10 Euro in der Kategorie „Gemeinschaftsessen“ auf, geteilt durch vier Personen: rund 2,28 Euro pro Person.
Ganz auf den Lieferdienst zu verzichten, ist für viele unrealistisch. Darum legt die WG eine klare und ehrliche Kompromiss-Regel fest:
Der Effekt: Die Bestellung bleibt etwas Besonderes, wird nicht aus Gewohnheit geklickt und fällt im Monatsrückblick deutlich auf. Statt acht spontanen Bestellabenden wie im Januar gibt es nun einen geplanten „Luxusabend“ und mehrere günstige Kochrunden.
Damit niemand das Gefühl hat, ständig für alle zu sorgen, legt die WG einen rotierenden Plan fest. So kann er aussehen:
Mögliche Modelle, damit Aufwand und Ausgaben fair bleiben:
Wichtig ist eine klare Absprache: Welche Mahlzeiten zählen als Gemeinschaftsessen? Wer ist wann dran? Und wie werden die Beträge innerhalb der WG geteilt? Je klarer die Regeln, desto entspannter die Abende.
Damit die neuen Gewohnheiten nicht nach zwei Wochen wieder verschwinden, helfen einfache Routinen mit dem digitalen Haushaltsbuch:
Die WG zieht nach zwei Monaten Bilanz und vergleicht den januarlichen Lieferdienst-Marathon mit dem Februar der Gemeinschaftsessen.
| Januar (ohne Plan) | Februar (mit Plan) | |
|---|---|---|
| Anzahl Lieferdienst-Abende | 8 | 1 |
| Gesamtkosten Lieferdienst | 384 Euro | 48 Euro |
| Gemeinschaftsessen-Budget pro Woche | nicht vorhanden | 40 Euro |
| Tatsächliche Ausgaben für Gemeinschaftsessen | 384 Euro (nur Lieferdienst) | ca. 160 Euro (4 Wochen × 40 Euro) |
| Ausgaben pro Person für diese Abende | 96 Euro | ca. 40 Euro |
Ergebnis: Pro Person bleiben rund 56 Euro mehr im Portemonnaie – und das in nur einem Wintermonat. In einer vierköpfigen WG sind das insgesamt rund 224 Euro Unterschied zwischen „Wir bestellen einfach, wenn wir Hunger haben“ und „Wir planen zwei Gemeinschaftsessen pro Woche“.
Das Prinzip funktioniert nicht nur in WGs. Junge Familien, Alleinerziehende mit befreundeten Eltern oder Studierendencliquen können ähnliche Strukturen aufbauen:
Entscheidend ist weniger das perfekte Rezept, sondern die Kombination aus Planung, fester Budgetgrenze und transparenter Erfassung im Haushaltsbuch.
Gerade im Winter ist Essen mehr als nur satt werden – es sorgt für Wärme, Gemeinschaft und kleine Lichtmomente im grauen Alltag. Wenn Lieferdienste zur Gewohnheit werden, bleibt davon am Ende des Monats vor allem ein spürbares Loch im Budget übrig. Mit einem festen Gemeinschaftsessen-Budget, einfachen Winterrezepten, einem rotierenden Kochplan und einer klaren Kompromiss-Regel für den Lieferdienst lassen sich die kalten Monate deutlich entspannter gestalten.
Wer die eigenen Ausgaben für Lieferdienst und Gemeinschaftsessen im Haushaltsbuch getrennt verfolgt, merkt schnell: Ein geplanter Topf Eintopf oder ein Blech Ofengemüse entlastet nicht nur das Konto, sondern bringt regelmäßig Menschen an einen Tisch – und genau das macht lange Winterabende viel leichter.